Aktuelles

Gegen die Vernichtung von Testamenten
und Erbnachweisen nach 100 Jahren

Berlin, Februar 2018

  • Derzeit gilt in den meisten Bundesländern für Testamente, Erbverträge und Erb­scheine eine Aufbewahrungsfrist von 100 Jahren.
  • Aus Sicht des VDEE ist diese Frist zu kurz be­mes­sen und führt zu schwer­wie­gen­den Rechts­nach­tei­len von erbberechtigten Personen und verstößt zugleich gegen Art. 14 Abs. 1 GG.
  • Letztwillige Verfügungen haben unabhängig vom ihrem Alter Bedeutung für Erben zum Nach­weis ihres Erbrechts. Sehr häufig betrifft dies Fälle in den neuen Bun­des­län­dern, bei denen Grundbücher kriegs- und tei­lungs­be­dingt über Jahr­zehn­te unberichtigt geblieben sind. Der Nachweis der Erbfolge ist in diesen Fällen nicht mehr möglich, wenn die Verfügungen von Todes wegen nicht mehr auf­be­wahrt werden.
  • Archive können aktuell selbst entscheiden, ob sie die Gerichtsakten für archiv­wür­dig halten oder nicht. In einigen Fällen ist es bereits zur Vernichtung von Erb­nach­wei­sen und Testamenten gekommen.

Aus Sicht des Verbandes Deutscher Erbenermittler (VDEE®) ist dieser Zustand nicht haltbar. Durch die Vernichtung wird unmittelbar und schwerwiegend in die Rechte der erbberechtigten Bürger eingegriffen. Die Vernichtung ist zugleich un­ver­hält­nis­mä­ßig und stellt daher eine rechtswidrige Verletzung des Eigentums gem. Art. 14 Abs. 1 GG dar.

Eine dauernde Aufbewahrung oder zumindest eine Verlängerung der Auf­be­wah­rungs­fris­ten für diese Akten ist ohne größeren Aufwand möglich. Im Interesse der Erben ist daher dringender Handlungsbedarf geboten, sodass entsprechende Akten nicht weiter der Kassation unterliegen und die Archive in jedem Fall verpflichtet werden, ent­spre­chen­de Akten als Archivgut zu übernehmen.

Verband Deutscher Erbenermittler (VDEE®) e.V. • Templiner Straße 10 • 10119 Berlin
Tel.: 030 - 246 251 62 • Fax: 030 - 246 251 63 • E-Mail: mail@vdee-ev.de